Der Proustsche Fragebogen für Wirtschaftsanwälte

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An Traditionen anknüpfen, aber zugleich neue Wege gehen – das kennzeichnet die Arbeit des Bundesverbands der Wirtschaftskanzleien in Deutschland (BWD). Regelmäßig greifen wir in unserem Online-Magazin fourword die Idee des berühmten Proustschen Fragebogens auf. Der französische Schriftsteller war es, der einem um die Wende zum 20. Jahrhundert beliebten Gesellschaftsspiel in Pariser Salons seinen Namen gab. Wir haben das Format und die Auswahl der Fragen auf die heutige Zeit (und hier und da auch auf den Rechtsmarkt) übertragen.

Angenommen, Sie müssten von heute auf morgen in ein Tiny House ziehen – von welchem Gegenstand trennen Sie sich auf keinen Fall?

Ich gehe mal davon aus, dass genug Platz für meine Familie und unsere Tiere da ist. Ansonsten gibt es tatsächlich nicht viel in meinem Leben, auf das ich nicht verzichten könnte. Vermutlich müsste mein Handy zwingend mit, mit dem ich meine Podcasts hören kann. Die nehmen einen großen Raum in meiner Freizeit ein, vor allem aus dem Bereich Geschichte.

Welche Person inspiriert Sie?

Schwierig. Mich beeindrucken vor allem manche Sportler und Historiker. Auf eine einzelne Person kann ich das kaum beschränken.

Was muss in Ihrem Vorratsschrank/Kühlschrank immer vorhanden sein?

Tomaten in der Dose. Eine Allzweckwaffe, mit der man alles kreieren kann, was die Familie (notfalls) gerne isst.

Wenn X + Y = Glück ist, was sind dann X und Y?

Familie und Zufriedenheit.

Gehören Sie zum Team Organisations- oder zum Team Improvisationstalent?

Je nach Situation spiele ich in beiden Mannschaften – Tendenz Improvisation.

Cristiano Ronaldo betritt das Fußballfeld vor jedem Spiel mit dem rechten Fuß zuerst. Haben Sie ein „Pre-Game-Ritual“ vor wichtigen Terminen?

Immer vor der Zeit da sein. Zwingend. Ich akklimatisiere mich gerne, vor allem bei Vorträgen und Gerichtsverhandlungen.

In welchem Aspekt unterscheidet sich Ihr Leben heute am meisten von dem, das Sie vor zehn Jahren geführt haben?

Ich bin viel mehr unterwegs. Früher eher zu Gerichtsverhandlungen, heutzutage mehr vor allem zu unseren Standorten, national und international. Gut, dass ich zwischenzeitlich Podcasts für mich entdeckt habe.

Welche Charaktereigenschaft schätzen Sie besonders an anderen Menschen?

Freundlichkeit. Im beruflichen Umfeld schätze ich vor allem Kollegen, mit denen man offen sprechen kann. Viele unterschätzen die Bedeutung für die Lösung verzwickter Situationen.

Zurück in die Zukunft: Marty McFly leiht Ihnen für ein Wochenende seinen DeLorean – wohin reisen Sie zuerst?

1066, Hastings, England. Ohne die normannische Eroberung gäbe es das moderne Englisch nicht als Lingua franca.

Mit welcher realen Person oder welchem fiktiven Charakter identifizieren Sie sich morgens um 8:00 Uhr und abends um 20:00 Uhr?

Nur mit mir selbst, ich bin mit mir ganz glücklich – morgens und abends.

Wenn Sie die Chance hätten, eine Woche bei einer Boulevardzeitung als Blattmacher zu arbeiten, welche Schlagzeile würden Sie produzieren?

„Wer soll diesen 1. FC Köln noch stoppen?“

Spielen Sie gelegentlich privat den Advocatus Diaboli – oder lassen Sie den Juristen im Büro zurück?

Mit meinen Kindern hin und wieder mal, sonst versuche ich ihn eher im Büro zu lassen.

Wenn Sie erfahren würden, dass Sie vermutlich nur noch 365 Tage zu leben haben, was stünde ganz oben auf Ihrer Bucket-List?

Weltreise.

Sie treffen die Göttin Justitia zu Nektar und Ambrosia auf dem Olymp, worüber unterhalten Sie sich, während Sie zu Tische liegen?

Wie knapp und effizient das ideale Rechtssystem aus ihrer Sicht ist. Irgendwas zwischen 10 Geboten und 100.000 Richtlinien.

Wie unterscheiden sich heutige Berufseinsteiger von Ihnen, als Sie in dieser Situation waren?

Ich wollte ab Tag 1 als Unternehmer agieren. Das wollen heute nur noch sehr wenige. Dafür machen sich heutige Berufseinsteiger viel mehr Gedanken dazu, wie sich ihr Berufsleben und ihre Weiterbildung entwickeln wird. Beides hat Vor- und Nachteile.

Hinweis der Redaktion:
Die Ausarbeitung der Fragen geht zurück auf Überlegungen der beiden ersten Praktikanten des BWD. Emma Fischer studiert inzwischen an der WHU, Matthias Bautsch an der Universität Passau. (tw)

Autor

Bastian Finkel

BLD Bach Langheid Dallmayr Rechtsanwälte PartGmbB, Köln
Geschäftsführender Partner


bastian.finkel@bld.de
www.bld.de