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Seit der letzten Ausgabe der fourword hat sich im BWD einiges getan. Sichtbar wird dies zunächst im neuen Corporate Design, in dem diese Ausgabe erstmals erscheint.


Wesentlich wichtiger für die künftige Arbeit des Verbandes ist jedoch die inhaltliche Weiterentwicklung unserer Schwerpunkte und die Frage, wie wir die Themen begleiten, die Wirtschaftskanzleien heute prägen.


In der vergangenen Ausgabe haben unsere Vorstandssprecher ihre Vorstellungen für die weitere Entwicklung des BWD vorgestellt. Seitdem haben wir erste Schwerpunkte bereits umgesetzt. Dazu gehört auch die Neuaufstellung unserer Task Forces; nicht als organisatorischer Selbstzweck, sondern mit der Strategie, die Themen, die Wirtschaftskanzleien beschäftigen, künftig noch systematischer, intensiver und sichtbarer begleiten zu können.


Die Herausforderungen für Wirtschaftskanzleien entstehen heute an vielen unterschiedlichen Stellen. Gesetzgebung und Regulierung gehören ebenso dazu wie technologische Entwicklungen, veränderte Mandantenerwartungen, neue Anforderungen an die Organisation von Kanzleien oder die Frage, wie sich der juristische Nachwuchs und der Arbeitsmarkt für Juristinnen und Juristen entwickeln. Hinzu kommen Zukunftsthemen wie Digitalisierung und künstliche Intelligenz, die den Rechtsmarkt bereits heute verändern und seine weitere Entwicklung maßgeblich prägen werden.


Der BWD richtet seinen Fokus deshalb konsequent auf diese Entwicklungen. Dabei geht es uns nicht allein um politische Positionierungen oder Stellungnahmen. Ebenso wichtig ist die Frage, welche praktischen Auswirkungen neue regulatorische Vorgaben, technologische Entwicklungen oder Marktveränderungen auf die tägliche Arbeit von Wirtschaftskanzleien haben und wie Kanzleien mit diesen Veränderungen operativ umgehen können.


Ein aktuelles Beispiel ist die Diskussion über die Reform des Arbeitszeitrechts. Seit Monaten wird über eine Modernisierung der bestehenden Regelungen diskutiert. Ein Referentenentwurf aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird weiterhin erwartet. Der BWD begleitet diese Debatte proaktiv. Dabei beschäftigen uns einerseits die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen – dazu haben wir uns mit konkreten Vorschlägen, die in dieser Ausgabe aufgeführt sind (siehe hier), in die politische Diskussion eingebracht. Ebenso stellt sich auch die Frage, welche praktischen Auswirkungen mögliche Änderungen für Kanzleien und ihre Beschäftigten haben werden. Dies diskutieren wir in unserer Task Force „Arbeitsrecht“.


Ähnliches gilt für die derzeit im parlamentarischen Verfahren befindliche Reform des anwaltlichen Berufsrechts. Der Regierungsentwurf umfasst eine Vielzahl von Änderungen, die den anwaltlichen Berufsstand unmittelbar betreffen. Der BWD hat sich hierzu vor allem auf einen Regelungsvorschlag fokussiert: die geplante Widerspruchslösung bei Interessenkonflikten im Zusammenhang mit Sozietätswechseln. Die gesamte Stellungnahme ist ebenfalls in dieser Ausgabe zu lesen. Je nachdem, für welche Regelung sich der Gesetzgeber entscheidet: Diese wird sicherlich aus operativer Sicht in unseren Gremien diskutiert werden.


Dasselbe Muster zeigt sich bei weiteren Themen, die den Verband derzeit intensiv beschäftigen. Auch die Umsetzung des europäischen Geldwäschepakets ist nicht nur Gegenstand regulatorischer Diskussionen. Sie wirft zugleich ganz konkrete Fragen für die tägliche Praxis auf.


In unserer Task Force „Geldwäsche“ beschäftigen wir uns sowohl mit der Frage, wie die nationale Umsetzung der europäischen Vorgaben ausgestaltet werden sollte und welche Positionen der BWD hierzu einbringen kann, als auch mit den praktischen Herausforderungen, die sich für Kanzleien aus den neuen Regelungen ergeben werden. Dieser Ansatz wird uns auch bei weiteren Themen begleiten, etwa bei der Umsetzung der europäischen Entgelttransparenzrichtlinie oder anderen regulatorischen Vorhaben der kommenden Jahre.

Der BWD versteht seine Aufgabe dabei nicht allein in der Begleitung einzelner Gesetzgebungsvorhaben. Wir wollen Entwicklungen frühzeitig identifizieren, ihre Auswirkungen analysieren, Erfahrungen aus den Mitgliedskanzleien bündeln und diese Perspektiven in die politischen und regulatorischen Diskussionen einbringen. Gleichzeitig wollen wir unsere Mitgliedskanzleien dabei unterstützen, die praktischen Folgen dieser Entwicklungen einzuordnen und zu bewältigen.


Dazu gehört auch der direkte Austausch mit politischen Entscheidungsträgern. Beim Parlamentarischen Abend des BWD haben wir gemeinsam mit Abgeordneten von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen aktuelle berufs- und wirtschaftspolitische Themen diskutiert. Ein hoffnungsvoll stimmender Gedanke, den ich aus diesem Abend mitgenommen habe, ist, dass der fachliche Dialog weiterhin funktioniert. Gerade in Zeiten politischer Polarisierung wird häufig über Unterschiede gesprochen. Der Parlamentarische Abend hat dagegen gezeigt, dass der sachliche und praxisnahe Austausch über konkrete Herausforderungen weiterhin möglich ist und auf großes Interesse stößt – und zwar sowohl in der Mitgliedschaft als auch in der Politik.


Für den BWD ist dies ein wichtiges Signal. Denn die Qualität politischer Entscheidungen profitiert von fachlichem Austausch und von den Erfahrungen derjenigen, die von regulatorischen Vorgaben unmittelbar betroffen sind. Deshalb werden wir diesen Dialog weiter pflegen – in größeren Formaten wie dem Parlamentarischen Abend ebenso wie in kleineren Fachrunden und bilateralen Gesprächen mit Politik, (Selbst-)Verwaltung, Wissenschaft, Unternehmen und weiteren Akteuren des Rechtsmarkts.


Die Neuaufstellung unserer Task Forces, die Intensivierung des politischen Dialogs und die stärkere Beschäftigung mit Zukunftsthemen des Rechtsmarkts folgen dabei demselben Gedanken. Der BWD wird die Entwicklungen, die Wirtschaftskanzleien betreffen, nicht nur beobachten. Er wird sie begleiten, einordnen und die Perspektive der Praxis in die relevanten Diskussionen einbringen.


Genau darauf richten wir derzeit unseren Fokus. Denn die Zukunft des Rechtsmarkts wird nicht allein durch neue Gesetze bestimmt. Sie entsteht im Zusammenspiel von Regulierung, Technologie, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den Menschen, die in Kanzleien arbeiten. Diese Entwicklungen mitzugestalten, die Wettbewerbsfähigkeit und Sichtbarkeit unserer Mitgliedskanzleien zu stärken und zugleich für Rechtsstaatlichkeit und demokratische Grundwerte einzutreten, verstehen wir als zentrale Aufgabe des BWD.