Bereits zum kommenden Wintersemester 2023/2024 initiiert die Juristische Fakultät der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) unter der Leitung von Prof. Dr. Bartosz Makowicz den neuen, interdisziplinären, berufsbegleitenden und weiterbildenden Masterstudiengang „Compliance & Integrity Management“. Dank seiner praxisnahen Konzeption ist der Studiengang für alle Beratenden und sonst auf dem Gebiet von Compliance & Integrität praktizierenden Berufe (insbesondere Compliance Officer) bestens geeignet. Mit dem neuen Studienprogramm möchte die Universität zur Festigung und Ausbau des Berufsstands der Complianceverwaltenden und -beratenden einen bedeutenden Beitrag leisten. Was zeichnet das neue Masterprogramm aus? Hier ein Überblick.
Es sind einige Gründe, die für den neuen Master sprechen, doch zunächst sei ein wenig der Hintergrund beleuchtet, auf dem seine einmalige Konzeption basiert: Organisationen, darunter insbesondere Unternehmen, spielen in unserem gesellschaftlichen System eine wesentliche Rolle. Zeitgleich entstehen mit ihrer Existenz aber auch Risiken des Regelbruchs, die weitreichende Folgen nicht nur für diese selbst, sondern auch für die Gesellschaft haben können. Um diese Risiken zu erkennen und angemessen zu adressieren, werden seit inzwischen einigen Jahren angepasste Compliance-Management-Systeme (CMS) eingeführt und jetzt auch um den Integrity-Ansatz ergänzt (CIM). Doch wie kann ein solches CIM in einer Organisation implementiert werden, damit es auch praktisch wirksam wird? Denn nur effektive Lösungen werden inzwischen immerhin von der Rechtsprechung des BGH und vielen Gesetzen gefordert.
Die Aufgabe ist nicht einfach, denn sie erfordert praxisbezogene und interdisziplinäre Kenntnisse. Um nur ein Beispiel zu nennen: Während es bei der Ermittlung der für die Organisation geltenden Rechtsvorschriften auf die juristischen Kenntnisse ankommt, sind Fertigkeiten aus dem BWL-Bereich erforderlich, wenn es um die Analyse der sich daraus ergebenden Risiken geht und – weiter – Kommunikationswissenschaften, wenn Mitarbeitende entsprechend geschult oder Compliancerichtlinien erstellt werden. Complianceverwaltende und -beratende Personen müssen den Kontext der Organisation/des Unternehmens erfassen und die im Rahmen der Organisation bestehenden Strukturen, Funktionen und Einheiten verstehen, damit das entsprechende System korrekt installiert wird und praktische Wirksamkeit entfaltet. Dabei müssen stets die aktuellen Entwicklungen, etwa die des unlängst beschlossenen Hinweisgeberschutzgesetzes (HinSchG) sowie des seit diesem Jahr geltenden Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG), beachtet werden. All diese Kenntnisse und praktische Fertigkeiten muss der Compliance Officer haben und sie müssen von Beratenden beachtet werden.
Und worum geht es bei der Integrity? – Der Integrity-Ansatz spielt für Compliance die entscheidende Rolle: So sollten im Mittelpunkt eines jeden CMS nicht etwa eine Compliancerichtlinie oder andere Compliancewerkzeuge stehen, sondern der Mensch und seine Werte. Aber warum eigentlich? Weil ein Regelverstoß immer von einer auf Werten basierten Entscheidung begleitet und motiviert wird! Daher dürfen Mitarbeitende eines Unternehmens nicht als Objekte eines formalen Managementsystems betrachtet oder gar behandelt werden. Vielmehr müssen sie als Subjekte mit eigenen Werten geschätzt und abgeholt werden. So kann das nötige Verständnis dafür entwickelt werden, welche Anreize womöglich dazu führen können, dass sie in bestimmten Situationen einem Regelbruch unterliegen und wie solche Verhaltensweisen verhindert werden. Aus dem Grund wird der neue Masterabschluss durch die Vermittlung von Kenntnissen der Verhaltenspsychologie und Wirtschaftsethik abgerundet. Auf diese Art und Weise können die maßgeschneiderten Lösungen noch effektiver wirken.
Mit dem innovativen, interdisziplinären und berufsbegleitenden Masterprogramm, in dessen Rahmen ein universitärer Berufsabschluss in zwei Fachsemestern erworben wird, trägt die Universität den geschilderten Entwicklungen und dem konkreten Berufsbedarf Rechnung. Es ist eine mit ausgewiesenen Chief Compliance Officer sowie Beratern besprochene Studienkonzeption entwickelt worden, die in diversen Fachmodulen den Zyklus der Compliancearbeit abbildet. Die Lehrenden, die sowohl aus der Wissenschaft, als auch aus der Praxis stammen, sorgen dafür, dass fundierte theoretische Kenntnisse um wertvolle praxisnahe Fähigkeiten ergänzt werden. Die Organisation der Vorlesungen an Freitagen und Samstagen, teils online, stellt sicher, dass MACIM auch berufsbegleitend absolviert werden kann.
Und das alles an einer renommierten Juristischen Fakultät und dem Viadrina Compliance Center, von dessen Netzwerken die künftigen MACIM-Studierenden ebenso profitieren können, wie auch von der deutschlandweit einzigartigen Compliancepräsenzbibliothek für Ihre Abschlussarbeit und eine mögliche Promotion. Wir sehen uns an der Viadrina!
Weitere Informationen finden Sie hier.
Online-Infoveranstaltung: 13.06.2023, 17.00 Uhr
Anmeldung: macim@europa-uni.de

