Tradition + Professionalität = Erfolg

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AnwaltSpiegel im Gespräch mit Dr. Axel Bödefeld und Dr. Marc Hilber, den neuen Managing Partnern von Oppenhoff & Partner

Oppenhoff & Partner ist anders: Als einzige Kanzlei im deutschen Rechtsmarkt hat sie den langen und mehrstufigen Weg in eine Fusion mit einer führenden internationalen Sozietät erfolgreich gemeistert, um sich Jahre später dann wieder von Linklaters zu lösen. Entstanden ist dabei eine neue – oder besser: neue alte – Sozietät, die sich seit 2008 im Markt ausgezeichnet positioniert hat. Seit Jahresbeginn 2014 soll nun ein neues Managementteam den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Grund genug, um Dr. Axel Bödefeld und Dr. Marc Hilber nach den Zielen zu fragen, mit denen sie antreten. Das Gespräch führte Thomas Wegerich.

AnwaltSpiegel: Herr Bödefeld, Herr Hilber, Sie bilden seit Jahresbeginn den Geschäftsführungsausschuss von Oppenhoff & Partner. Wo steht die Sozietät heute?

Bödefeld: O&P unterstützt mit mehr als 60 Anwälten und Steuerberatern deutsche und internationale Mittelständler und Konzerne dabei, ihre Ziele zu erreichen. Wir haben ein ausgewogenes, attraktives Full-Service-Angebot für Transaktionen und das Tagesgeschäft. Viele unserer Partner sind marktführend in ihren Beratungsbereichen. Das alles führt dazu, dass wir auch wirtschaftlich erfolgreich sind.

Welche Ziele haben Sie in Ihrer dreijährigen Amtszeit?

Hilber: In aktuellen Umfragen haben Mandanten unsere hohe fachliche Qualität und den hervorragenden Service anerkannt. Darauf setzen wir und wollen noch mehr Unternehmen mit unserem Angebot bekanntmachen, also noch stärker präsent sein in einem derzeit besonders dynamischen Markt. Um kontinuierlich diese hohe Qualität zu bieten, wollen wir weiterhin die besten Mitarbeiter für uns gewinnen, im anwaltlichen wie im nicht-anwaltlichen Bereich.

Welche Arbeitsteilung gibt es zwischen Ihnen und dem für strategische Themen zuständigen Partnerrat?

Bödefeld: Geschäftsführungsausschuss und Partnerrat werden in Zukunft noch intensiver zusammenarbeiten. Grob gesprochen ist der Partnerrat für die Festlegung der generellen Richtung zuständig, in die die Kanzlei sich bewegt, und wir setzen dies täglich in der Organisation um, etwa in der Personalarbeit oder im Marketing.

Die Entwicklung der Kanzlei in ihrer jetzigen Konstella­tion ist seit 2008 sehr erfolgreich und beständig. Welche Gründe sind entscheidend dafür?

Bödefeld: Wir haben die Werte aus der mehr als 100 Jahre zurückreichenden Tradition von Oppenhoff mit den professionellen Strukturen verbunden, die heutzutage erforderlich sind, um erfolgreich zu sein. Unsere Anwälte haben den Freiraum und die Ressourcen zur eigenständigen Entwicklung, aber im Kontext einer gemeinsamen Kanzleistrategie.

Welche fachlichen Schwerpunkte wollen Sie als neue Managing Partner setzen? – Ihre Sozietät ist schon heute stark im Mittelstand verankert, wenngleich große Mandate immer wieder aufhorchen lassen. Was ist zukünftig zu erwarten?

Hilber: Mittelstand und große Mandate schließen sich nicht aus, wenn wir darunter interessante, herausfordernde Mandate verstehen. Mit viel Erfahrung und unternehmerischem Sachverstand sind unsere Partner sicherlich prädestiniert für die Beratung insbesondere von inhabergeführten Mittelständlern. Von unserer internationalen Erfahrung profitieren aber auch viele internationale Konzerne, oft in Gestalt deutscher Töchter. Und zahlreiche Unternehmen jeglicher Größe schätzen unsere Expertise in Bereichen, in denen andere Kanzleien nicht oder nicht mehr beraten, etwa Exportkontrolle, Datenschutz oder Beihilferecht.

Wie ist O&P intern organisiert? Welche Rolle spielen Praxisgruppen und Branchenfokussierung?

Bödefeld: Nur im Zusammenspiel von rechtlicher Expertise und Branchen-Know-how gelingt es, attraktive neue Beratungsangebote zu entwickeln. Wir arbeiten daher stark in Teams quer durch die ganze Kanzlei. Praxisgruppen spielen nach wie vor aber eine große Rolle bei der Ausbildung der Anwälte; unsere Branchengruppen sind besonders wichtig für die Positionierung im Markt und für die Mandantengewinnung.

Szenenwechsel: Sie haben im letzten Jahr den Sprung nach Frankfurt gewagt. Wie sind die ersten Erfahrungen bisher?

Hilber: Mandanten und unsere Kollegen in ausländischen Kanzleien, mit denen wir eng zusammenarbeiten, haben sehr begrüßt, dass wir nun auch ein Büro in der Finanzmetropole und umfassende Expertise im Bank- und Finanzrecht haben. Das Frankfurter Office konnte bereits gut in laufende Mandatsbeziehungen eingebunden werden. Unsere neuen Partner konnten einerseits viele Mandanten „mitnehmen“, aber auch bereits neue Mandanten gewinnen.

Das klingt gut. In Frankfurt spielt die Musik im Bank- und Kapitalmarktrecht, im Corporate/M&A, aber auch im Bereich Litigation. Wie sieht Ihre Strategie aus, um hier nachhaltig Terrain (und Mandanten) zu gewinnen?

Hilber: Frankfurt ist ohne Zweifel der Markt mit dem größten Wettbewerb, aber wir sind hier mit einem starken Team angetreten. Dr. Oliver Kessler und Jérôme Friedrich bieten umfassende Finanzierungsexpertise, auch für unsere bestehenden Mandanten, Silvanne Helle konzentriert sich auf Prozesse und Schiedsverfahren in diesem Bereich. Ronald Meißner berät von Frankfurt aus insbesondere grenzüberschreitende M&A-Transaktionen und Dr. Andrés Martin-Ehlers verstärkt das Kartellrecht und schließt eine Lücke im Beihilfenrecht, das immer wichtiger wird, aktuell etwa im Zusammenhang mit der EEG-Umlage.

Planen Sie weitere Standorte?

Bödefeld: Nein. Wir sind gut aufgestellt.

Wie sieht die internationale Strategie von Oppenhoff & Partner aus?

Hilber: Wir werden weiter unsere engen Arbeitsbeziehungen zu führenden Kanzleien in den wichtigen Jurisdiktionen pflegen, aber keine exklusiven Partnerschaften aufbauen. Dadurch können wir für unsere Mandanten die jeweils beste ausländische Kanzlei wählen, ohne dass Konflikte im Wege stehen oder die Beratungsqualität leidet. Wenn wir etwa eine internationale Compliance-Struktur aufsetzen, dann können wir in den relevanten Ländern auch die am besten geeigneten Kollegen auswählen, die z.B. über Expertise im Datenschutzrecht verfügen sollten – was nicht bei allen Kanzleien der Fall ist. Für den Mandanten wird das übrigens erfahrungsgemäß nicht teurer.

Erneuter Szenenwechsel: Wie gelingt es Ihnen mit der zuvor beschriebenen Strategie, den besten Nachwuchs für Oppenhoff & Partner zu gewinnen? – Anders gefragt: Warum sollte sich ein junger Highflyer für Ihr Haus entscheiden?

Bödefeld: Weil er hier in einer persönlichen und offenen Atmosphäre interessante, herausfordernde, internationale Mandate berät, in der direkten Zusammenarbeit mit seinem Partner täglich viel lernt und realistische Chancen hat, selbst Partner zu werden.

Spüren Sie eine Entwicklung, dass junge Spitzenjuristen heute den Reiz der überschaubar großen Einheiten entdecken?

Bödefeld: Ja. Unsere Anwälte kommen auch zu uns, weil sie sich hier besser entwickeln und entfalten können und dabei sehr professionell unterstützt werden.

Und schließlich: Lassen Sie uns den Markt insgesamt betrachten. Das Kräfteverhältnis zwischen Kanzleien und Rechtsabteilungen hat sich – inzwischen schon seit einigen Jahren – verschoben. Und zwar nicht zugunsten der Kanzleien. Wie erleben Sie das?

Hilber: Die Rechtsabteilungen stehen vor der Herausforderung, mehr und verantwortungsvollere Arbeit mit den gleichen oder gar weniger Mitteln erledigen zu müssen. Parallel dazu ist das Beratungsangebot im Rechtsmarkt breiter und vielfältiger geworden. Natürlich machen sich die Unternehmen daher Gedanken, wie sie vorgehen können und welche Anforderungen sie an externe Berater stellen. So gehören etwa breit angelegte Due-Diligence-Prüfungen mit deskriptiven Berichten weitgehend der Vergangenheit an. Effizienz steht im Vordergrund – mit einem geringen Leverage und kleinen, aber erfahrenen Teams können wir genau das bieten.

Was folgt daraus für den Rechtsmarkt in den nächsten Jahren?

Hilber: Der Markt wird sich wandeln, wie sehr, das bleibt abzuwarten. Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass wir weiterhin einen wichtigen Platz in diesem Markt einnehmen – mit einer individuellen, pragmatischen Beratung durch erfahrene Anwälte, hervorragendem Service und einem Beratungsangebot, das wir kontinuierlich weiterentwickeln.

AnwaltSpiegel: Meine Herren, vielen Dank, dass Sie unseren Lesern diesen Einblick gegeben haben. Wir werden die Entwicklung Ihrer Sozietät im Rechtsmarkt weiter eng verfolgen.F

Hinweis der Redaktion: In der kommenden Ausgabe des Deutschen AnwaltSpiegels lesen Sie in der Rubrik „Marktplatz“ ein Interview mit Dr. Christoph Winkler und Lars Kuchenbecker, die beide seit Jahresbeginn die Managementverantwortung in der Stuttgarter Sozietät Menold Bezler übernommen haben. Auch Menold Bezler steht für eine etwas andere Erfolgsgeschichte im Rechtsmarkt: Der Sprung in die Top 50 der deutschen Wirtschaftskanzleien ist längst geschafft – mit nur einem Standort und manchen Besonderheiten, bei denen ein genauerer Blick hinter die Kulissen lohnt.