„Unser System ist das richtige!“

Fünf Fragen an: Dr. Tobias Krug und Reinhard Eyring von Ashurst

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Die Sozietät Ashurst erlebt bewegte Zeiten – und versucht, mit einer Umstellung des Vergütungssystems starke Partner angemessen zu honorieren, jungen und aufstrebenden Anwälten monetäre Anreize zu geben und nicht zuletzt attraktiv zu bleiben für Quereinsteiger. Thomas Wegerich sprach dazu mit Dr. Tobias Krug und Reinhard Eyring.

Deutscher AnwaltSpiegel: Herr Dr. Krug, Herr Eyring, die Partnerschaft von Ashurst hat vor einiger Zeit eine Kehrtwende eingeleitet: Statt des bisher strengen Lockstep-Systems von 25 bis 65 Punkten wird die Vergütungsbandbreite zukünftig am oberen Ende auf 75 Punkte erhöht, zudem wird ein Bonustopf für bewährte Rainmaker und erfolgreiche jüngere Partner eingeführt. Bitte erläutern Sie unseren Lesern doch das Vergütungssystem der Kanzlei und die Gründe für diese Änderung.

Reinhard Eyring: Es handelt sich dabei um eine Fortentwicklung unseres bestehenden Vergütungssystems, die uns mehr Flexibilität gibt, große Leistungen zu honorieren. Allerdings waren wir auch schon vor dieser jüngsten Veränderung über viele Jahre hinweg nicht nach einem strengen, sondern nach einem gemanagten Lockstep-System organisiert.

Deutscher AnwaltSpiegel: Auch andere traditionelle Lockstep-Kanzleien reformieren ihr Vergütungssystems oder denken über Veränderungen nach. Ist das der Königsweg, um vor allem finanzstarken US-Kanzleien Paroli bieten zu können, die in der jüngeren Vergangenheit in Deutschland und in dem wichtigen Markt London ja bemerkenswerte Recruitingerfolge erzielen konnten?

Reinhard Eyring: Wie gesagt, wir waren auch bislang nicht nach einem traditionellen Lockstep-System organisiert. Ziel aller Rechtsanwaltskanzleien ist es, über eine Vergütungsstruktur zu verfügen, die sowohl die Partner honoriert und ihnen Leistungsanreize setzt als auch dafür sorgt, dass die Kanzlei attraktiv für potentielle Seiteneinsteiger bleibt.

Deutscher AnwaltSpiegel: Ich vermute, dass Sie aus Ihren Positionen als deutsche Managing Partner und als Seniorpartner die Vergütungsreform begrüßen, denn damit bekommen Sie ja ein Steuerungsinstrument an die Hand, wie man es sich im Kanzleimanagement nur wünschen kann. Wie nutzen Sie das zukünftig?

Dr. Tobias Krug: Wir werden das neue System im nächsten Geschäftsjahr implementieren.

Deutscher AnwaltSpiegel: Ihre Partner in Australien haben bereits seit einigen Jahren Erfahrungen mit einem Bonuspool für besonders erfolgreiche Anwälte sammeln können. Unsere Leser wird interessieren, was Sie insoweit berichten können.

Dr. Tobias Krug: Ich bitte um Verständnis dafür, dass wir auf Einzelheiten nicht eingehen möchten, aber wir sind, wie gesagt, sehr zuversichtlich, dass unser System das richtige ist, um unsere Anwälte zu honorieren und entsprechende Leistungsanreize zu schaffen.

Deutscher AnwaltSpiegel: Lassen Sie uns die Blickrichtung zum Schluss ein wenig erweitern: Die Ashurst-Büros haben zuletzt eine unruhige Zeit erlebt. Wie beurteilen Sie aus der Sicht des deutschen Managements die Entwicklung der Kanzlei insgesamt, und welche kurz- und mittelfristige Prognose können Sie uns für die Standorte Frankfurt am Main und München geben?

Dr. Tobias Krug: Wir haben eine Phase bedeutender und notwendiger Veränderungen hinter uns und verfügen nun über eine Plattform, die uns auf längere Sicht noch stärker macht. Wir sind überzeugt vom zukünftigen Erfolg unserer Kanzlei und der Büros in Deutschland, die sehr gute Leistungen erzielen, auch aufgrund der in den vergangenen zwölf Monaten erfolgten personellen Verstärkungen in Frankfurt am Main und München. Unsere Corporate-Praxis haben wir mit Dr. Thomas Sacher und Holger Ebersberger verstärkt, den Bereich Energie, Ressourcen und Infrastruktur mit Dr. Maximilian Uibeleisen, die Restrukturierungspraxis mit Alexander Ballmann und das Aufsichtsrecht mit Dr. Detmar Loff. Außerdem haben wir zum 01.05.2016 dieses Jahres Jan Krekeler und Dr. Hendrik Theismann zu Corporate- bzw. Immobilienrechtspartnern ernannt. Wir fühlen uns in der Breite und Tiefe ausgezeichnet aufgestellt, um unsere Mandanten sowohl bei nationalen als auch bei internationalen Unternehmens-, Immobilien- und Kapitalmarkttransaktionen sowie bei Finanzierungen bestmöglich zu begleiten.

Deutscher AnwaltSpiegel: Meine Herren, vielen Dank für dieses Interview. Wir werden die weitere Entwicklung von Ashurst im deutschen Rechtsmarkt eng verfolgen. (tw)