Regional stark verankert, mittelständisch geprägt und modern

Fünf Fragen an: Michael Siebold und Dr. Jan Dreyer, Arnecke Sibeth Dabelstein

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Die Fusion von Arnecke Sibeth mit Dabelstein & Passehl sieht von außen betrachtet aus wie eine Punktlandung. Die Integrationsphase der neuen Einheit Arnecke Sibeth Dabelstein läuft gerade auf Hochtouren. Grund genug, einmal hinter die Kulissen zu schauen. ­Thomas Wegerich sprach mit Michael Siebold und Dr. Jan Dreyer.

Deutscher AnwaltSpiegel: Herr Siebold, Herr Dr. ­Dreyer: Zum Jahreswechsel hat sich Arnecke Sibeth mit der renommierten Kanzlei Dabelstein & Passehl zu Arnecke Sibeth Dabelstein zusammengeschlossen. Dadurch sind Büros in Hamburg und Leer hinzugekommen. ­Insgesamt arbeiten nunmehr über 150 Berufsträger für die Sozietät. Schildern Sie unseren Lesern doch bitte die Überlegungen, die zu der Fusion geführt haben, und lassen Sie uns auch wissen, wie die Integration bisher verläuft.

Siebold: Beide Sozietäten kennen und schätzen sich bereits sehr lange, vor allem die Logistiker/Transportrechtler, die Luftfahrtexperten hier und die Maritim- und Offshoreexperten dort. Hamburg als Region und die maritime Wirtschaft standen für uns von Beginn unserer Expansionsstrategie an ganz oben auf der Tagesordnung, und als wir von Veränderungsüberlegungen unserer Freunde bei Dabelstein & Passehl erfuhren, stand für uns fest, dass sich hier eine einmalige Möglichkeit auftat. Deshalb haben wir gehandelt.

Dreyer: In Arnecke Sibeth haben wir, Dabelstein & Passehl,  den idealen Partner gefunden, um die Gründe, die uns zu einer Veränderung bewogen haben, umzusetzen: eine Stärkung unserer Kernkompetenzen durch die Komplettierung mit einem Aviation- und Logistikteam, das alle Bereiche des Transports und der Logistik von der Projektentwicklung bis zur Schadensbearbeitung, von der Finanzierung bis zur Restrukturierung abdecken kann, eine nationale Präsenz in nahezu allen wichtigen Standorten und eine Diversifikation auf andere Rechtsgebiete wie etwa die Immobilienwirtschaft, das Kartell- und Vergaberecht, M&A und Finance. Da auch die „Chemie“ und Kultur zwischen den Partnerschaften zueinander passten, waren wir uns schnell einig.

Siebold: Ergänzend kann ich sagen: Die bewusst mit großem persönlichen Einsatz betriebene Integration läuft sehr gut und fügt sich nahtlos in die noch andauernde Integration unserer übrigen Standorte im Nachlauf zu unserer 2015 vollzogenen Fusion mit unseren Kollegen von ehemals Sibeth ein.

Deutscher AnwaltSpiegel: Vor diesem Hintergrund: Wie ist das Geschäftsjahr 2018 bisher für Ihre Sozietät gelaufen?

Dreyer: Die Fusion hat Aufmerksamkeit erregt  – nicht nur national und international bei unseren Mandanten und Kontakten, sondern auch im Anwaltsmarkt, vor allem bei jüngeren Kolleginnen und Kollegen. Wir bekommen interessante Bewerbungen für alle Standorte und alle Rechtsgebiete. Insofern sind wir sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Die Synergieeffekte durch standortübergreifende Kooperation schlagen schneller durch als erwartet, aber es gibt noch viel Luft nach oben.

Deutscher AnwaltSpiegel: Der Wettbewerb im Rechtsmarkt nimmt ständig weiter zu. Mit welcher Strategie gehen Sie die nächste Phase an, welche Ziele haben Sie sich für 2018 und darüber hinaus gesetzt?

Siebold: Intern wollen wir das enorme Potential, das durch die Fusion entstanden ist, durch gezielte Cross-Selling-/-Sharing-Maßnahmen heben, unter anderem durch Nutzung unseres neuen CRM Systems; dazu müssen sich alle Berufsträger noch besser austauschen, kennenlernen und über bewusst gemeinsam aufgesetzte Projekte zusammenarbeiten. Dabei wollen wir zusammen auch den nächsten Schritt gehen und die Digitalisierung durch Nutzung von Legal Tech vorantreiben. Das interessiert unsere jüngeren Kollegen und bietet hervorragende Gelegenheiten zur Zusammenarbeit über die Bürogrenzen hinweg.

Deutscher AnwaltSpiegel: Digitalisierung ist das wohl wichtigste Thema für alle im Rechtsmarkt. Wie hat Ihr Haus sich hier positioniert?

Dreyer: Über Mandate von Mandanten, für die die Digitalisierung vom Markt her heute schon gefordert wird, setzen wir erste Programme testweise ein, um diese dann systematisch auszurollen. Dabei führen wir das in den verschiedenen Standorten vorhandene Know-how bereits auf digitaler Basis zusammen. So können wir beispielsweise den Aufbau eines Know-how-Management-Systems herkömmlicher Art – Stichwort: Mustersammlung – überspringen und das Know-how gleich in eine Legal-Tech-Anwendung einbringen.

Deutscher AnwaltSpiegel: Lassen Sie uns einen Blick in die Glaskugel wagen. Darf ich Sie bitten, diesen Satz zu vervollständigen: In zwei Jahren wird Arnecke Sibeth Dabelstein …

Siebold: … eine in den großen Wirtschaftszentren Deutschlands regional stark verankerte, mittelständisch geprägte und moderne Kanzlei sein, die vollintegrierte Dienstleistungen für in- und ausländische Mandanten auf Basis modernster Technik anbietet und an der kein Weg mehr vorbeigeht, weder für Mandanten noch für Kollegen, Kolleginnen und Mitarbeiter bei einem attraktiven Arbeitgeber.

Deutscher AnwaltSpiegel: Herr Siebold, Herr Dr. Dreyer, vielen Dank für diese Ein- und Ausblicke, die Sie unseren Lesern gewährt haben. Wir werden die weitere ­Entwicklung von Arnecke Sibeth Dabelstein im Rechtsmarkt eng begleiten.