In a nutshell: Alles, was führende Unternehmensjuristen im Blick haben müssen

Aus der Praxis für die Praxis: Dr. André Körtgen, THALES Deutschland

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In unserer Rubrik Inhouse Top 5 stellen wir Ihnen  im Deutschen AnwaltSpiegel in loser Folge alle wichtigen und praxisrelevanten Themen vor, die bei führenden ­Unternehmensjuristen in Deutschland ganz oben auf
der Agenda stehen. Der Anspruch des Deutschen AnwaltSpiegels lautet seit 2009: von Anwälten für Unternehmen. Bei der Umsetzung dieses publizistischen Anspruchs ist es für alle Beteiligten hilfreich, wenn die externen Berater tatsächlich wissen, welche Fragen den Mandanten inhouse bewegen.

Mit den Inhouse Top 5 wollen wir weiter zu einer ­verbesserten Transparenz im deutschen Rechtsmarkt ­beitragen. Übrigens auf der Nachfrager- und der  Anbieterseite: bei Unternehmen, Sozietäten und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sowie Dienstleistern. Inhouse Top 5 ergänzt die im Deutschen AnwaltSpiegel seit langem eingeführte praxisbezogene Berichterstattung. Und weil der Faktor Zeit Geld (wert) ist, haben wir unsere Berichterstattung hierzu in eine möglichst kompakte Form gebracht – „in a nutshell“.

In dieser Ausgabe des Deutschen AnwaltSpiegels lesen Sie die Top-5-Themen unseres Fachbeirats Dr. André Körtgen.

Meine Top-5-Themen sind derzeit:

  1. Mein Dauerbrenner: Integration von Contract-Management und klassischer Rechtsabteilung in der übergreifenden Fachfunktion Legal und Contracts (L&C), nunmehr unter strenger Kontrolle der Funktionskosten. Kurz gefasst: mehr Leistung ohne Steigerung der Personalkosten durch eine starke Fokussierung von L&C auf die Kernaufgaben bei gleichzeitiger Befähigung der operativen Einheiten durch die Sensibilisierung operativer Kollegen für juristische Risiken und Chancen sowie durch Hinführung zur selbständigen Handhabung einfacher, rechtlich relevanter Aufgabenstellungen.
  2. Gemeinsam mit den operativen Einheiten: die Reduzierung negativer und die Erschließung ­positiver Projektvarianzen durch die Etablierung ­eines wirksamen Vertragsmanagements, einge­bettet in die obengenannten Rahmenbedingungen
  3. Effizienzsteigerung im Bereich der Vertragsgestaltung und Vertragsanalyse durch eine schrittweise Digitalisierung juristischer Aufgaben. Es gibt viele juristische Aufgaben im Unternehmen, die nicht durch Legal & Contracts wahrgenommen werden sollen, da sie gleichförmig sind und ohne juristisches Expertenwissen zu bewältigen sein sollten, etwa die Erstellung von Einkaufsverträgen, die Verwendung von einfachen Vertragsmustern etc. Des Weiteren bieten Tools Möglichkeiten, Legal & Contracts von bestimmten, gleichförmigen Aufgaben zu entlasten.
  4. Von großer Bedeutung ist aktuell die Zusammenführung der Bereiche Korruptionsvorbeugung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Datenschutz, Trade-Compliance und Business-Ethics in einer übergreifenden Complianceorganisation. Ethics und Compliance stellen dabei eine Gemeinschaftsaufgabe dar und sind nicht die alleinige Angelegenheit einer Fachabteilung. Jeder Mitarbeiter muss verstehen, warum die Einhaltung regulatorischer Rahmenbedingungen von größter Bedeutung ist, er muss weiterhin verstehen, welche Rahmenbedingungen für ihn bei seiner konkreten Aufgabe relevant sind, und er muss die wesentlichen Regeln kennen, die es ihm ermöglichen, deren Einhaltung zu gewährleisten.
  5. Diversity & Inclusion. Um Erfolg zu haben, sind für Unternehmen das Gewinnen und Halten von Talenten sowie die erfolgreiche Zusammenarbeit in maßgeschneiderten Teams von existentieller Bedeutung. Darum gilt: Get the right Mix and get the Mix right!

andre.koertgen@thales.com