Auf Wachstumskurs

Reed Smith eröffnet in Frankfurt am Main das zweite deutsche Büro: fünf Fragen an Managing Partner Dr. Stefan Kugler

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Vor zehn Jahren eröffnete Reed Smith ihren ersten deutschen Standort in München. Jetzt gelang der Sprung an den Main mit einem Team aus verschiedenen Kanzleien. Dieser Ansatz ist spannend, die Signale für den weiteren Ausbau sind gegeben. Mit Dr. Stefan Kugler, dem deutschen Managing Partner von Reed Smith, sprach Thomas Wegerich.

 

AnwaltSpiegel: Herr Kugler, bitte erläutern Sie unseren Lesern die strategischen Überlegungen Ihrer Sozietät mit Blick auf die Eröffnung des Reed-Smith-Büros in Frankfurt am Main.

Dr. Stefan Kugler: Auslöser für unsere Expansion und die Eröffnung unseres Büros in Frankfurt ist die stetig wachsende Mandantennachfrage, insbesondere in Bezug auf unsere Rechtsberatungsleistungen im Bereich Banken und Finanzen.

Wir haben kontinuierlich massiv in den Ausbau unserer globalen Präsenz investiert. In den letzten drei Jahren kamen insgesamt 60 neue Partner hinzu, etwa für die Bereiche Transaktions-, Konflikt- und Regulierungspraxis. Darunter sind allein 26 hochkarätige Spezialisten für den Finanzsektor, die aus London, Paris sowie München heraus operieren. Diese Teams arbeiten kollaborativ und bieten Mandanten in ganz Europa praxisübergreifend Beratung in den Bereichen Finanz-, Corporate-, Private-Equity- und Immobilienrecht sowie hinsichtlich Compliance und Regulierung.

Dieses Wachstum wäre ohne die signifikant steigenden Bedürfnisse unserer Mandanten undenkbar. Gerade in Bezug auf die schnelle Marktentwicklung benötigen sie stetig mehr Unterstützung, zum Beispiel in der Steuerung globaler Sachverhalte in Bezug auf Regularien und Compliance, in der Restrukturierung von Investitionen oder in der Suche nach alternativen Investitionsmitteln. Da spielt im internationalen Konzert der Finanzplatz Frankfurt eine wesentliche Rolle.

Sie starten mit sieben Partnern aus vier Kanzleien. Wie lange hat es gedauert, bis Sie die Kollegen für Reed Smith verpflichten konnten – mit anderen Worten: Seit wann haben Sie den Frankfurter Markt im Blick?

Frankfurt ist für uns schon seit einer ganzen Weile interessant. Unser Ziel war es aber, zunächst ein Team zusammenzustellen, welches hochqualifiziert und im Markt tief verwurzelt ist. Genauso sind wir auch bei unserer Eröffnung in Houston im Jahr 2013 vorgegangen. Auf diese Weise können wir die Einbindung des Büros in unser Firmennetzwerk so nahtlos wie möglich gestalten und unseren Mandanten weiterhin die besten Leistungen bieten. Wir freuen uns, dass uns dies nun auch wieder hinsichtlich der Eröffnung unseres Frankfurter Standorts gelungen ist.

Wie habe ich mir die Integration und die Sicherung der Homogenität Ihrer neuen Partnerriege in Frankfurt vorzustellen, und wie viele Associates werden mit am Start sein?

Wir eröffnen das Frankfurter Büro mit sieben Partnern und zwei weiteren Anwälten (1 Of Counsel, 1 Associate) mit Erfahrung in den Bereichen Finanz, Corporate, Compliance, Private Equity und Immobilien. Dieses Leistungsspektrum möchten wir zukünftig ausbauen und erwarten in den kommenden Monaten noch weiteres Wachstum.

Sie in Person sind als verantwortlicher Managing Partner das Bindeglied zwischen den deutschen ­Standorten ­München und Frankfurt. Wie wollen Sie ­darüber hinaus die standortübergreifende Zusammen­arbeit – national und international – organisieren?

Die Büros in München und Frankfurt werden eine komplementierende fachliche Aufstellung haben und nicht als konkurrierende, sondern als voll integrierte Büros agieren. Aus dieser Haltung heraus werden wir eng zusammenarbeiten – natürlich auch im globalen Kontext.

Sie haben bereits angekündigt, dass das Frankfurter Büro insgesamt weiter wachsen soll in Richtung Full-Service-Angebot. Welche nächsten Schritte haben wir zu erwarten – und welche Größe streben Sie an, um im wettbewerbsintensiven Frankfurter Markt erfolgreich zu sein?

Unsere beiden deutschen Standorte sollen mittelfristig etwa gleich groß werden. Dabei denken wir an jeweils rund 40 Berufsträger. Zugänge in Frankfurt könnten wir uns beispielsweise für den Bereich Patentprozesse vorstellen – als ideale Ergänzung zu unserer bereits vorhandenen Expertise bei Patentstreitigkeiten.

Herr Kugler, vielen Dank für das Gespräch. Wir werden die Entwicklung von Reed Smith – an beiden Standorten, in München und Frankfurt – weiter eng verfolgen.