Auch in Deutschland Flagge zeigen

Association of Corporate Counsel Europe kooperiert mit dem Deutschen AnwaltSpiegel – Fünf Fragen an Carsten Lüers

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Die Association of Corporate Counsel (ACC, www.acc.com) ist eine in den 80er Jahren in den USA gegründete Vereinigung von Unternehmensjuristen, die weltweit über 40.000 Mitglieder hat und auch in Europa aktiv ist (ACCE, www.acce.com). Über 2.000 Unternehmensjuristen sind heute bereits Mitglied der ACC Europe, die sich nun auch verstärkt im deutschen Rechtsmarkt engagieren wird. Mit dem Deutschen AnwaltSpiegel, dem Business Law Magazine und der DisputeResolution ist die ACC Europe eine umfassende Kooperation eingegangen. Mit den bei Unternehmensjuristen und Beratern etablierten Magazinen und unseren Netzwerken möchten wir dazu beitragen, der Association of Corporate Counsel Europe eine visible Plattform und eine Stimme im deutschen Rechtsmarkt zu geben.

Carsten Lüers ist Managing Counsel EMEA bei Verizon Enterprise Solutions und als Board Member bei ACC Europe der verantwortliche Country Representatives Coordinator für Deutschland. Zudem ist er Mitglied im Fachbeirat des Deutschen AnwaltSpiegels und des Business Law Magazine. Mit ihm sprach Thomas Wegerich über die Pläne und Zielsetzungen der internationalen Unternehmensjuristenvereinigung für den deutschen Rechtsmarkt.

Deutscher AnwaltSpiegel: Herr Lüers, wo steht ACC ­Europe heute, und welche Motive sind es, die Ihre Organisation bewogen haben, nun stärker in Deutschland aktiv zu werden?

Carsten Lüers: Die ACC Europe gibt es bereits seit 20 Jahren – mit dem Anspruch, die Plattform für Unternehmensjuristen weltweit zu sein, um sich miteinander zu vernetzen und auszutauschen. Deutsche Mitglieder waren von Anfang an dabei, allerdings ist die Organisation zunächst in anderen Ländern proportional stärker gewachsen, etwa in UK, den Beneluxstaaten und der Schweiz. In Deutschland sind wir noch nicht so präsent, wie wir es uns wünschen, daher haben wir eine Initiative gestartet, um ACC Europe hier bekannter zu machen. Dazu gehören verstärkte Aktivitäten und Veranstaltungen vor Ort und zum Beispiel die Kooperation mit dem Deutschen AnwaltSpiegel.

Warum sollten deutsche Unternehmensjuristen Mitglied der ACC Europe werden?

Als Unternehmensjuristin oder -jurist bekommen Sie durch ACC Europe zum einen Zugriff auf einen enormen Fundus von Ressourcen, seien es Webcasts oder Infopakete zur Weiterbildung, Vertragsmuster oder Sample Policies für die tägliche Arbeit oder komplette Complianceschulungen. Das meiste davon kommt direkt aus der Praxis und wird von unseren Mitgliedern beigesteuert – getreu dem Motto: „by inhouse counsel – for inhouse counsel“. Darüber hinaus bildet ACC Europe ein weltweites Netzwerk mit der Möglichkeit, sich mit vielen Tausend Kolleginnen und Kollegen auszutauschen – als Beispiel nenne ich unsere E-Groups, die oft genutzt werden, wenn es etwa um die Empfehlung eines Anwalts in Polen oder neue Devisenrichtlinien in Mexiko geht. In solchen Fällen bekommen Sie sehr schnell und unkompliziert qualifizierte Antworten – das ist gerade für Anwälte, die viele ausländische Töchter betreuen, ein sehr wertvolles Tool. Dazu gibt es natürlich auch Veranstaltungen zum Networking hier vor Ort.

Welche Aktivitäten planen Sie für die ACC Europe ganz konkret?

Wir planen eine ganze Reihe von Aktivitäten: von Seminaren zu Themen wie Big Data, Arbeitsrecht, Contract-Drafting usw. über Networking-Events bis hin zu einem General-Counsel-Roundtable. Darüber hinaus werden wir unsere erfolgreiche Veranstaltungsreihe Kartellrechts-Update fortsetzen und planen bereits für unsere nächste European Annual Conference im Juni 2016 in Rom.

Wie ist eigentlich das Verhältnis der ACC Europe zu den Sozietäten als externen Beratern der Rechtsabteilungen?

Ich sehe das Verhältnis zu den Sozietäten als absolut partnerschaftlich. Viele Kanzleien arbeiten seit langem mit der ACC zusammen und unterstützen unsere Arbeit, wofür wir sehr dankbar sind. Das ändert aber nichts daran, dass wir uns für bestimmte Veränderungen in der täglichen Zusammenarbeit zwischen Kanzleien und Unternehmensjuristen starkmachen und etwa den verstärkten Einsatz von Alternative-Fee-Arrangements propagieren.

Lassen Sie uns einmal in die Glaskugel schauen. Wo, glauben Sie, steht die ACC Europe im deutschen Rechtsmarkt in einem Jahr – und wo in fünf Jahren?

Für in einem Jahr wünsche ich mir, dass ACC Europe in Deutschland deutlich bekannter ist und sich die vielen Vorteile in den Rechtsabteilungen herumgesprochen haben. Und für in fünf Jahren hoffe ich, dass Deutschland in unserer Organisation eine ähnlich starke Rolle spielt, wie es heute zum Beispiel in UK oder der Schweiz der Fall ist.

Herr Lüers, vielen Dank für Ihre offenen Antworten, die unseren Lesern einen guten Überblick über Ihre Planungen geben. Gemeinsam mit dem Deutscher­AnwaltSpiegel-Team freue ich mich, dass wir die Aktivitäten der ACC Europe im Rahmen unserer Kooperation eng begleiten und unterstützen können.