Videoinhalte als wirkmächtiges Instrument im Onlinemarketing

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Gerade Wirtschaftsanwälte halten sich sehr zurück, wenn es um Video-Content geht. Der Grund dafür ist zum einen die Unsicherheit im Umgang mit dem Medium, zum anderen aber eine grundlegende Fehleinschätzung seiner Macht. Und: Wirtschaftsanwälten mit sensiblen Mandanten oder Targets kann durch Videos ein schneller Vertrauensaufbau in Kombination mit Kompetenz- und Themenplatzierung gelingen. Man muss halt nur wissen, wie.

„YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine weltweit und die am häufigsten besuchte Seite nach Google. YouTube ist mit 1,9 Milliarden Nutzern die zweitbeliebteste Social-Media-Plattform. (…) Jeden Tag werden über 1 Milliarde Stunden an YouTube-Videos angesehen, mehr als auf Netflix und Facebook zusammen.“ So beschreibt das Social-Intelligence-Unternehmen Brandwatch die Wirkmächtigkeit der Plattform YouTube. Inhaltlich geht es da bei weitem nicht nur um Katzenvideos und Musik. Video-Content ist ein hervorragendes Mittel, um Inhalte sichtbar zu machen. Wirtschaftsanwälte und Kanzleien können diesen Trend für sich nutzen.

Wem YouTube zu bunt ist, der kann sich auch auf Vimeo platzieren. Das ist ebenfalls eine Videoplattform, allerdings gibt es dort keine Werbung und keine Influencer mit blauen Haaren. Dadurch ist die Anmutung sachlicher. Wirksamer ist natürlich gleichwohl YouTube.

Warum gerade Wirtschaftsanwälte?
Wirtschaftskanzleien und ihre Markenbotschafter, also ihre Anwälte, wirken bei dem Versuch, sich und ihre Kanzlei „sichtbarer“ zu machen, oft blutleer, kühl und zuweilen wenig empathisch. Die Bedürfnisse der Zielgruppe werden regelmäßig nicht fokussiert, die Sprache ist schlecht verdaulich, und die Orientierung in den Texten strengt an. Hier Nutzen herauszulesen ist anspruchsvoll und kostet Zeit. Video-Content kann einen Kontrapunkt dazu setzen. Als Wirtschaftsanwalt können Sie so nicht nur Ihre Kompetenzen sichtbar machen, sondern auch noch Sympathien erzeugen.

Video-Content-Marketing ist in der Lage, den Zwischenraum zwischen aktueller Erlebniswelt des Rechtsuchenden (Probleme, Fragen, Entscheidungen) und rechtlichem Sachverhalt auszufüllen: Exzellente Kanzlei- oder Anwaltsvideos erzeugen Sympathie und vermitteln Vertrauen – und Anwälte verkaufen eine vertrauensbasierte Dienstleistung.

Was braucht wirksamer Video-Content?
Video-Content sollte schnell verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. In kürzester Zeit muss man es schaffen, auch komplexe Sachverhalte auf den Punkt zu bringen und den Zuschauer für sich zu gewinnen. Das Ziel ist es, mit oft nüchternem juristisch orientiertem Content auch auf einer emotionalen Ebene beim rechtsuchenden Zuschauer zu landen. Dieser soll sich informiert fühlen, sein Blick wird auf die Anwaltspersönlichkeit gerichtet. Deshalb sind sicheres Auftreten, Natürlichkeit, gekonnte Informationsweitergabe und nicht zuletzt auch Sympathievermittlung wichtig. Wer übrigens glaubt, dass das für Mandanten im B2B-Bereich nicht gelte, weil die alle sehr pragmatisch und cool seien, täuscht sich. Diese Mandanten sind schließlich „auch nur Menschen“. Gut so!

Gute Präsentation geht nur mit Vorbereitung oder ganz viel Übung. Aber: Man muss kein Schauspieler sein, um als Wirtschaftsanwalt in Videos gut aufzutreten. Zu jedem Video gehört zunächst ein Skript. Ob es aus Stichpunkten besteht oder ausformuliert ist, hängt in erster Linie vom Darsteller, also Anwalt, ab. Wer flüssig und ohne Stottern und Stocken vortragen kann, dem genügt ein grober Leitfaden. Wer häufig nach Worten ringt, muss mehr Zeit in die Vorbereitung stecken. Aber kaum ein Fall ist hoffnungslos – dafür gibt es Videocoaching. Am Ende sollte ein Clip nicht länger als zwei bis drei Minuten dauern. Längere Laufzeiten werden oft schlicht nicht angesehen. Das reicht aber auch, denn schlussendlich geht es um die Präsentation exzellenter Rechtsberatung, nicht um Rechtsberatung per Video.

Eine solche Präsentation muss ganz nah an den Bedürfnissen der Zielgruppe entwickelt werden. Also schauen Sie sie sich an: Wo sind die neuralgischen Punkte? Wo gibt es Schmerzen im Geschäft? Fragen Sie sich, was Ihre Zielgruppe am Thema interessiert, und sprechen Sie genau das aus. Das heißt in erster Linie, auch komplexe Sachverhalte verständlich zu formulieren. Aber es geht noch darüber hinaus: Guter Video-Content wirkt auch auf emotionaler Ebene. Persönliche Ansprache, authentisches Auftreten und Glaubwürdigkeit können hier direkt beim Zuschauer platziert werden.

„Eine authentische und professionelle Video-Content-Präsentation ist kein Hexenwerk. Sie ist Handwerk. Und das kann man erlernen.“

Professionell gestaltete Videos haben außerdem einen Wiedererkennungswert. Schon in den ersten Sekunden muss dem Zuschauer klar sein, wer Urheber des Contents ist. So sorgt der Anwalt oder die Kanzlei dafür, auch nachhaltig Aufmerksamkeit zu generieren. Und darum geht es allgemein im Internet: um das Lenken von Aufmerksamkeiten.

What not to do
Mit Video-Content-Marketing kann man sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, wenn es gut gemacht ist. Es gibt einige Fehler, die man unbedingt vermeiden sollte – sonst kann sich der Effekt leider auch in sein Gegenteil verwandeln. Zu diesen Fehlern gehören unter anderem

  • ein zu schnelles/zu langsames Sprechtempo,
  • gestelzte oder verklausulierte Sprache,
  • Monotonie beim Sprechen oder übertriebener Stimmeinsatz (Modulation),
  • zu lange Satzkonstruktionen,
  • mangelnde Körperspannung,
  • unnatürliche oder dem Inhalt nicht entsprechende Gestik oder Mimik,
  • unvorteilhafte Kamera- oder Lichtposition …

Eine authentische und professionelle Video-Content-Präsentation ist kein Hexenwerk. Sie ist Handwerk. Und das kann man erlernen. Dazu gibt es speziell auf die Bedürfnisse von Anwälten und Kanzleien ausgerichtete Coachings. Die Arbeit in Coachings erfolgt ressourcenorientiert, absolut ehrlich reflektierend und klar. Nur so können der Anwalt und seine Fähigkeiten in den Mittelpunkt rücken, ohne unangenehm, arrogant oder belehrend zu wirken.

Wie läuft ein Videocoaching für Anwälte?
Bei einem Coaching werden in einem persönlichen Vorgespräch die Stärken und Schwächen des Redners analysiert, vielleicht sogar schon ein Probevideo aufgenommen. Da sieht man dann schon viel. Danach geht es ans Eingemachte: zunächst um den Gebrauch von Wörtern. Juristische Fachausdrücke müssen auf das Wesentliche heruntergebrochen und in „normales“ Deutsch übersetzt werden. Außerdem wird die Sprechweise trainiert. Auch die Körperhaltung spielt eine Rolle – und wirkt sich zudem auf die Stimme des Redners aus. Außerdem wird im Coaching auch technische Hilfestellung geboten.

Bei allem Durchstylen muss man darauf achten, dass die Natürlichkeit nicht verlorengeht. Der Anwalt soll hier nicht vollends zum Nachrichten- oder Synchronsprecher werden. Es geht darum, individuelle Fähigkeiten gezielt für den Video-Content zu nutzen. Angestrebt wird nicht Perfektion, sondern professionalisierte Authentizität.

All das wird anhand von Übungsvideos im praktischen Erleben erarbeitet. Stück für Stück kann man sich so dem eigentlichen Ziel nähern: der Nutzung des wirkungsmächtigen Instruments Video-Content, um sich gut im Markt zu positionieren, Sympathien zu erzeugen und Vertrauen zu bilden. Diese Nutzung soll am Ende zur Selbstverständlichkeit und einem Teil des juristischen Alltags werden.

Beschäftigen Sie sich mit dem Thema Video-Content-Marketing. Sie werden feststellen: Es lohnt sich – gerade für Anwälte und Kanzleien mit B2B-Geschäft. Es unterstreicht Ihre Professionalität, Ihre Exzellenz und vor allem auch Ihre Menschlichkeit.

allmann@kitty-cie.de

ukockambrink@yahoo.de

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