Fünf Fragen an: Dr. Michael Holzhäuser, Partner, Ashurst, Frankfurt am Main, zum anstehenden Legal-Hackathon

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36 Stunden Vollgas geben – das muss die Zielsetzung sein für die studentischen Teilnehmer des anstehenden Legal-Hackathons, den Ashurst erstmals in Deutschland durchführen wird. Dahinter steht ein spannender Ansatz, der zugleich klarer Bestandteil der Digitalisierungsstrategie der Sozietät ist. Hier hat sich bei Ashurst viel getan. Thomas Wegerich sprach darüber mit Dr. Michael Holzhäuser.

Deutscher AnwaltSpiegel: Herr Holzhäuser, am 10.
und 11.05.2019 findet in Frankfurt am Main der erste Legal-Hackathon statt, den Ashurst in Deutschland veranstaltet. Bitte erklären Sie unseren Lesern die Ziel­setzung.

Dr. Holzhäuser: Ziel des Ashurst-Legal-Hackathons ist es, digitale Produkte zu erstellen, die entweder direkt bei den Mandanten im Unternehmen oder in unserer Rechtsberatung zum Einsatz kommen, um vereinfachte Lösungen zu schaffen und Effizienzen zu erzielen.

Deutscher AnwaltSpiegel: Ihre Kanzlei ist nicht die erste, die ein solches Format anbietet.
Was unterscheidet die Veranstaltung von anderen?

Dr. Holzhäuser: Zunächst einmal handelt es sich dabei für uns ausdrücklich nicht um eine einmalige Veranstaltung, in der wir uns im Bereich Legal-Tech ausprobieren. Vielmehr gehören die Beratung unserer Mandanten bei ihren Herausforderungen in der digitalen Transformation und somit auch die Schaffung digitaler Tools und Lösungen zu unserem Tagesgeschäft. Hierzu haben sich unsere Anwälte aus allen Rechtsbereichen – etwa in unserer internationalen Digital-Economy-Group oder unserer Legal-Tech-Working-Group – spezialisiert und suchen gemeinsam mit den Prozessmanagern, Technikern und Projektjuristen von Ashurst Advance, unserem Technologie- und Innovationslabor, nach innovativen Lösungen für unsere Mandanten. Wir haben durch den Ashurst-Legal-Hackathon die Gelegenheit, diesen Teil unserer Rechtsberatung nach außen sichtbar zu machen und zeitgleich innerhalb kürzester Zeit (36 Stunden) Prototypen digitaler Produkte für die unterschiedlichsten Rechts- und Anwendungsbereiche zu erstellen. Der Wettbewerb um die beste Lösung und ihre Umsetzung wird sicherlich eine bereichernde Erfahrung sein, von der wir alle profitieren. Ashurst Advance wird dann die Prototypen zu fertigen Lösungen zum Einsatz beim Mandanten oder in unserer Rechtsberatung weiterentwickeln.

Deutscher AnwaltSpiegel: Sie haben Ihre Mandanten aktiv in das Konzept eingebunden. Bitte schildern Sie uns dazu die Hintergründe und auch, wie das konkret aussah.

Dr. Holzhäuser: Im Rechtsmarkt findet eine zu wenig differenzierte und fokussierte Diskussion zum Thema Legal-Tech statt. Dabei sind Legal-Tech-Tools eben nur Werkzeuge, die, isoliert betrachtet, begrenzten Nutzen haben. Unsere spezialisierten Anwälte aus allen Praxisgruppen arbeiten eng mit unseren Mandanten daran, ihren Bedarf an digitalen Lösungen zu identifizieren und zu bewerten, welchen Anteil daran Legal-Tech-Tools übernehmen können. Wir haben immer ein offenes Ohr für die „Wunschliste“ unserer Mandanten hinsichtlich digitaler Produkte und haben im Vorfeld des Ashurst-Legal-Hackathons aus allen internationalen Praxisgruppen Ideen für relevante Use-Cases eingeholt. So ist unser Hackathon ein praxisgruppenübergreifender, globaler Event, der direkt den Bedürfnissen unserer Mandanten zugutekommt.

Deutscher AnwaltSpiegel: Wie haben Sie die Teilnehmer des Hackathons ausgewählt, und was erwartet diese im Rahmen des 36-stündigen Wettbewerbs ?

Dr. Holzhäuser: Wir haben uns für Teams aus technikaffinen Jurastudenten und IT-Studenten entschieden, die ihre Motivation und ihren Spaß an der Veranstaltung in einem kurzen Schreiben zum Ausdruck gebracht haben, und freuen uns schon auf deren unkonventionelle und frische Sichtweisen und Lösungsansätze. Jedes Team wird mit einem Ashurst-Anwalt oder einem Ashurst-Advance-Mitglied als Mentor des betreffenden Use-Cases zusammenarbeiten. Wir können uns auf eine coole Lounge­atmosphäre über den Dächern von Frankfurt am Main und ein Abschlussdinner mit unserer hochkarätigen Jury, vor allem aber auf viele spannende Begegnungen freuen, da sowohl Studenten als auch Kollegen von Ashurst und Ashurst Advance aus der ganzen Welt teilnehmen.

Deutscher AnwaltSpiegel: Zum Schluss: Bitte skizzieren Sie, wie sich Ashurst in Deutschland und international im Bereich Digitalisierung und Legal-Tech aufgestellt hat und welche Strategie Sie hier umsetzen möchten in den nächsten Jahren.

Dr. Holzhäuser: Technologie transformiert die Art und Weise, wie wir Rechtsdienstleistungen für unsere Mandanten erbringen, mit rapide wachsender Geschwindigkeit. Wir bei Ashurst glauben, dass Legal-Technology und Digitalisierung einen Kern des künftigen Rechtsberatungsmodells bilden werden und haben deshalb Technologie im Zentrum unserer Strategie positioniert.
Ashurst Advance ist unsere auf Innovation und Transformation der Rechtsberatung fokussierte „New Law“-Division, und Legal-Tech und Digitalisierung bilden das Herzstück des Beratungsangebots. Wir haben ein exzellentes Team von Technologiefachleuten und Codern, die in unserer täglichen Arbeit führende Technologien anwenden, etwa in den Bereichen Contract-Automation, Document-Review unterstützt durch „Machine-Learning“, Software zur Dokumentenerstellung oder auf virtuellen Plattformen zur effizienteren Zusammenarbeit. Das Team testet kontinuierlich die neuesten technologischen Entwicklungen im Markt, um unser Beratungsangebot zu erweitern oder anzupassen.
Kanzleien müssen viel mehr tun, als nur Teile ihrer Beratung zu digitalisieren – sie müssen ihr Geschäftsmodell digitalisieren. Wir freuen uns, dass wir gerade den Start von Ashurst Digital Ventures, unserem Inhouse Entwicklungs – und Investmentarm von Ashurst Advance, bekanntgeben konnten, der sich auf die Entwicklung von innovativen technologiebasierten Lösungen für unsere Mandanten konzentriert. Wir bilden Partnerschaften mit unseren Mandanten, um digitale Produkte zu entwerfen und zu entwickeln und unter Einsatz modernster Technologien die Art und Weise zu transformieren, in der sie unsere Rechtsberatung in Anspruch nehmen.
Schließlich beinhaltet unsere Strategie auch strategische Kooperationen mit ausgewählten Technologieprovidern, da wir überzeugt sind, dass unser Fokus auf der Erbringung exzellenter Resultate für unsere Mandanten liegen muss und der beste Weg, dies zu erreichen, die Kombination unserer eigenen rechtlichen Expertise und unseres Talents mit den besten im Markt verfügbaren Technologien darstellt.

Deutscher AnwaltSpiegel: Herr Dr. Holzhäuser, vielen Dank für diese Einblicke und viel Erfolg bei dem anstehenden Hackathon.

Hinweis der Redaktion:
Weiterführende Hinweise auf den Legal-Hackathon ­finden Sie HIER.

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