Fachbeirat Michael Junge, Executive Vice President, Global Legal Department bei SAP

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In der Rubrik „Im Profil“ wollen wir, beginnend mit der heutigen Ausgabe des Deutschen AnwaltSpiegels, in loser Folge einen Blick in das Innenleben von ­Rechtsabteilungen ermöglichen. Auf der Grundlage eines immer gleichen Fragenkatalogs möchten wir dazu beitragen, eine Vergleichbarkeit herzustellen und den Rechtsmarkt an dieser Stelle transparenter zu gestalten. Den Auftakt macht unser langjähriger Fachbeirat Michael Junge, Executive Vice President, Global Legal Department bei SAP.

Wie ist die Rechtsabteilung intern aufgestellt?

Globale Organisation mit den folgenden Hauptbereichen: Global Intellectual Property and Litigation, Global IT and Commercial, Global Field Legal, Corporate and Capital Market Law und Global Insurance.

Wie viele Mitarbeiter und welche fachliche Ausrichtung gibt es?

Circa 400 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Darunter: Anwälte/Anwältinnen, Contract Professionals, Paralegals, Assistants.

Wie ist das Verhältnis zu den Abteilungen Litigation und Compliance?

Litigation ist in die Rechtsabteilung eingegliedert. Compliance ist ein eigener Bereich, der aber an denselben Vorstand der SE berichtet.

Wie sind die Berichtswege und Zuständigkeiten organisiert?

Der Group General Counsel berichtet an den Finanzvorstand des SAP-Konzerns (SAP SE). Die Leiter der Hauptbereiche, siehe dazu oben, berichten direkt an den Group General Counsel.

Wie und nach welchen Kriterien werden externe ­Anwaltskanzleien ausgesucht und beauftragt?

Relativ eigenständige Entscheidungen der Referatsleiter, ob und wann Rechtsanwaltskanzleien eingeschaltet werden (etwa aufgrund von fehlendem Know-how, mangelnder Kapazität). SAP arbeitet mit Rechtsanwaltskanzleien auch via „Preferred Vendor Program“ – dieses Programm ist aber nicht bindend. Vielfach auch Einschaltung lokaler und regionaler (kleinerer) Kanzleien.

Welche Vergütungsmodelle praktizieren Sie mit den externen Anwaltskanzleien?

Weltweites „Preferred Vendor Program“: vereinbarte Tarifstruktur mit Stundensätzen und Preisnachlässen (gemessen an jährlichen Umsätzen mit SAP). Darüber hinaus vereinbaren wir feste Stundensätze und auch Pauschalhonorare.

Welche Bedeutung hat das Legal-Process-Outsourcing in Ihrer Abteilung?

Gemäßigt, verwendet etwa bei Patent-Drafting, Insurance-Brokers, Trademarks.

Welche Rolle spielen IT-Systeme in Ihrer Abteilung – ­Stichworte: E-Discovery, Dokumentenmanagement, Rechnungskontrolle?

Gewinnen immer mehr an Bedeutung: E-Discovery bei (US-)Rechtsstreitigkeiten, Vertragsmanagementsystem, internes Portal für Global Legal (Informationsaustausch und Knowledge-Management), Legal Help Desk für interne Kunden.

Welche Rolle spielen die Schiedsgerichtsbarkeit und die Mediation in Ihrem Unternehmen?

Nur eine sehr untergeordnete Rolle im Rechtsbereich.

Welche Veränderungen – im Rechtsmarkt und in Ihrer Abteilung – erwarten Sie in den nächsten fünf Jahren?

Verstärkter Kostendruck, Shared Delivery (etwa Shared-Service-Centers), Insourcing (unter Kosteneffizienzgesichtspunkten).

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