„Plattform für Unternehmensjuristen und Wirtschaftsanwälte“

Fünf Fragen an: Die Organisatoren des Frankfurter Syndikusanwaltstags

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Am Nachmittag des 14.11.2017 findet in der IHK Frankfurt zum bereits neunten Mal der Frankfurter Syndikus­anwaltstag statt, den der Deutsche AnwaltSpiegel seit mehreren Jahren als Medienpartner begleitet. Das Programm ist auch in diesem Jahr wieder anspruchsvoll, die Referenten sind hochkarätig. Neben dem unausweichlichen Thema Digitalisierung stehen unter anderem ­berufsrechtliche Fragen sowie die im nächsten Jahr in Kraft tretende Datenschutzgrundverordnung im Mittelpunkt. Thomas Wegerich sprach mit Dr. Petra Kues,
Dr. Mark Hilgard, Dr. Rudolf Lauda sowie Dr. Rudolf ­Kriszeleit, die den Syndikusanwaltstag organisieren.

Deutscher AnwaltSpiegel: Frau Kues, welche Ziele und welche Erwartungshaltung haben Sie mit Blick auf den anstehenden 9. Frankfurter Syndikusanwaltstag?

Kues: Das Rhein-Main-Gebiet verfügt über die größte Anwaltsdichte in Deutschland. Neben zahlreichen kleineren und mittelständischen Kanzleien finden sich in Frankfurt die großen internationalen Wirtschaftskanzleien und zahlreiche Rechtsabteilungen aus der Wirtschaft und dem Bankensektor. Der Frankfurter Syndikusanwaltstag trägt dem zum neunten Mal Rechnung und bietet den Teilnehmern auch in diesem Jahr wieder direkten Zugriff auf die Expertise hochqualifizierter Referenten aus diesen Bereichen zu topaktuellen Themen. Unsere Veranstaltung  versteht sich nicht nur als erstklassige Informationsquelle für Unternehmensjuristen und Anwälte, sondern hat sich über die Jahre hinweg  zu einer vielgenutzten wertvollen Networkingplattform und Schnittstelle für Unternehmensjuristen und Wirtschaftsanwälte aus ganz Deutschland entwickelt. Unsere unabhängigen Kooperationspartner tragen seit vielen Jahren dazu bei, dass unsere Themen nachgefragte und aktuelle Fragestellungen von Syndikusanwälten adressieren und praktische Hilfestellungen für die aktuelle Beratungspraxis bieten.

Deutscher AnwaltSpiegel: Herr Hilgard, das Programm der Veranstaltung hat in diesem Jahr erkennbare Schwerpunkte in den Bereichen Digitalisierung und ­Legal Tech. Was versprechen Sie sich als Mitorganisator davon?

Hilgard: Gesellschaften werden elektronisch gegründet und Abstimmungen der Gesellschafter online durchgeführt. Die Digitalisierung der Arbeitswelt macht auch vor Anwaltskanzleien nicht halt. Anbieter erstellen automatisierte Massenklagen und werten Rechtsverfolgung standardisiert aus. Mittlerweile wird Software angeboten, die Aufgaben eines Anwalts übernehmen soll, und spätestens seit der Einführung des elektronischen Anwaltspostfachs (beA) ist klar: Anwälte diktieren nicht nur mit Spracherkennungssoftware, nutzen elektronische Programme nicht nur für Recherche und Berechnungen und die Erstellung von Verträgen, sondern nehmen selbst aktiv am elektronischen Rechtsverkehr teil. Das Programm des 9. Frankfurter Syndikusanwaltstags soll dazu dienen, Ängste abzubauen, Informationen zu geben und gleichzeitig drängende Fragen zu beantworten, wie Digitalisierung und Legal Tech effektiv in einer Rechtsabteilung eingesetzt werden können.

Deutscher AnwaltSpiegel: Herr Lauda, aus Ihrer langjährigen Erfahrung: Wie beurteilen Sie die ­Entwicklung und den Stellenwert der berufs- und ­sozialversicherungsrechtlichen Themen für die ­Syndikusanwälte?

Lauda: Der Stellenwert kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Jahrzehntelang blieb der Status des Syndikusanwalts ungeklärt, das Berufsrecht hatte nicht die Kraft zu einer solchen Klärung. Erst die sozialversicherungsrechtlichen Zwänge ermöglichten eine rechtliche Durchformulierung eines einheitlichen Berufsbilds von Rechtsanwalt und Syndikusanwalt. Die Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main als eine der wenigen Kammern mit einem sehr hohen Anteil an Syndikusanwälten hatte ein solches einheitliches Berufsbild schon immer gepflegt und fühlt sich in ihrer früheren Verwaltungspraxis bestätigt. Noch offen gebliebene Problembereiche wie  insbesondere das Legal Privilege können im Geiste dieses einheitlichen Berufsbilds sicherlich besser geklärt werden.

Deutscher AnwaltSpiegel: Herr Kriszeleit, mit der ­„Durchsuchung von Rechtsabteilungen“ greifen Sie ein heikles Thema auf, nachdem im Zuge der VW-Dieselaffäre die Durchsuchung einer internationalen ­Anwaltskanzlei Schlagzeilen machte. Werden Sie ­zukünftig häufiger solche Perspektivthemen in das ­Programm des Syndikusanwaltstags aufnehmen?

Kriszeleit: Der Syndikusanwaltstag will Themen ansprechen, die besonders den beruflichen Alltag von Syndikusanwälten betreffen. Dazu gehört die „Vorbereitung“ auf außerordentliche Situationen, die allenfalls ein einziges Mal im Berufsleben eines  Syndikusanwalts auftreten (wie etwa die Durchsuchung einer Rechtsabteilung), dann aber verheerende Wirkung haben können. Angesichts der verstärkten Ermittlungstätigkeit von Staatsanwaltschaften gegen Großunternehmen steigt die Wahrscheinlichkeit für Syndikusanwälte, von einem solchen singulären Ereignis betroffen zu werden; deshalb dieses Thema. Ähnlich gelagerte, aktuelle Themen wollen wir auch in Zukunft aufgreifen und mit einem größeren Kreis von Kollegen  erörtern.

Deutscher AnwaltSpiegel: Frau Kues, nach dem ­Syndikusanwaltstag ist vor dem Syndikusanwaltstag. Was planen Sie zum zehnjährigen Jubiläum der ­Veranstaltung?

Kues: Das steht noch nicht im Einzelnen fest. Wir hoffen aber, dass wir die in uns gesetzten Erwartungen noch übertreffen können. Grundsätzlich werden wir in der Tradition der bisherigen Veranstaltungen fortfahren.

Hinweis der Redaktion: Zum Programm des 9. Frankfurter Syndikusanwaltstags und zur Anmeldung geht es HIER