Klare Profilierung im Bereich alternativer Konfliktbeilegung

Round Table Mediation und Konfliktmanagement der deutschen Wirtschaft verleiht erstmals Preis für Exzellenz an Baker McKenzie

Von Dr. Ulrich Hagel

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Hintergrund

Der Round Table Mediation und Konfliktmanagement der deutschen Wirtschaft (RTMKM, www.rtmkm.de) ist ein Zusammenschluss von mehr als 60 Unternehmen, die sich kooperativ über die Optimierung ihrer jeweiligen Streitbeilegungsstrukturen austauschen und die gesellschaftliche Etablierung von Mediation fördern. Der RTMKM ist Kooperationspartner des Onlinemagazins DisputeResolution, einer Publikation aus der Produktfamilie Deutscher AnwaltSpiegel.

Die wissenschaftliche Begleitung des Netzwerks erfolgt seit Gründung im Jahr 2008 durch das Institut für Konfliktmanagement der Europa-Universität Viadrina. Unter der Schirmherrschaft von Bundesjustizminister Heiko Maas wurde bei Airbus in Hamburg nun erstmals der „RTMKM Preis für Anwaltskanzleien für Exzellenz in Mediation und Konfliktmanagement“ verliehen.

Zielsetzung des Exzellenzpreises

Die Mitgliedsunternehmen des RTMKM tauschen sich seit 2008 regelmäßig zum Thema Konfliktmanagement aus. Neben Fragen der innerbetrieblichen Organisation, etwa zum Thema Konfliktmanagementsysteme, geht es gerade auch um die Optimierung der Schnittstellen zu unternehmensexternen Akteuren wie Ministerien, der EU, den Anbietern von Konfliktbeilegungsverfahren, aber auch Mediatoren, Schiedsrichtern und Richtern. Eine weitere, insbesondere bei Konflikten zwischen Unternehmen essentielle Gruppe sind die Anwaltskanzleien. Der Ende 2016 ausgelobte und im Mai 2017 verliehene Preis des RTMKM für „Exzellenz im Bereich Mediation und Konfliktmanagement“ richtet sich genau an diese Gruppe, nämlich Kanzleien gleich welcher Größe, die sich im Bereich der Beratung bezüglich alternativer Konfliktbeilegung besonders profiliert haben.

Der Schirmherr der Initiative, Bundesjustizminister Heiko Maas, äußerte sich wie folgt: „Ich begrüße das Bestreben, im Fall von Konflikten wertschöpfend vorzugehen und in geeigneten Fällen kooperative Lösungen anzustreben. Die Weiterentwicklung der Streitkultur geht mit veränderten Erwartungen an Rechtsdienstleister und Berater einher.“ Der RTMKM Award will diejenige Anwaltskanzlei auszeichnen, die genau diese veränderten Erwartungen bestmöglich erfüllt. Die Grundlage für die Auswahlentscheidung durch eine aus Unternehmensvertretern von Bombardier Transportation, Airbus Operations, Nordex und Areva bestehende und um die wissenschaftliche Vertretung seitens der Europa Universität Viadrina bereicherte Jury bilden dabei klar definierte und durchaus anspruchsvolle Kriterien: Neben einem differenzierten Dienstleistungsangebot sind dies die nachgewiesene Kompetenz und Weiterqualifizierung der Berufsträger, die aktive Verbreitung des Konzepts des Konfliktmanagements in Markt und Gesellschaft, ein kriteriengeleitetes Fallmanagement, die faktische Nutzung außergerichtlicher Verfahren, die Anwendung konsensualer Streitbeilegung auf Konflikte in der eigenen Organisation sowie das wissenschaftliche Engagement der Kanzlei im Bereich des Konfliktmanagements in Forschung und Lehre.

Mit dem Preis wollen die im RTMKM versammelten Akteure das Signal senden, dass aus Unternehmenssicht zunehmend Bedarf an einem und der Wunsch nach einem expliziten, differenzierten und qualifizierten Dienstleistungsangebot im Bereich Mediation und Konfliktmanagement besteht. Das Anforderungsprofil für externe Partner verschiebt sich dabei immer mehr vom reinen Prozessvertreter hin zu einem „Konfliktstrategen“, der zu einem breiten Spektrum von Konfliktlösungsmethoden kompetent und situationsabhängig beraten kann. Angesichts der Dichte des anwaltlichen Wettbewerbs auf dem Gebiet der Streitbeilegung steht zu erwarten, dass der Nachweis dieser Kompetenzen einen immer größeren Einfluss auf die Mandatierung haben wird. Das Profil zahlreicher Kanzleien lässt dabei durchaus noch Luft nach oben – umso zeitgemäßer die nun erfolgte Auszeichnung der Anwaltskanzleien, deren Angebot den neu akzentuierten Beratungs- und Begleitungsbedarf im Bereich Mediation und Konfliktmanagement in Deutschland am besten abdeckt.

Im Grußwort von Heiko Maas hieß es dazu: „Die Angebote der Kanzleien müssen noch differenzierter werden und stärker alternative Methoden der Konfliktbeilegung berücksichtigen.“ In den Augen der Jurymitglieder aus Unternehmen und Wissenschaft soll der Preis entsprechend gleichermaßen „Anerkennung für bereits Geleistetes aussprechen, weitere Teile der Anwaltschaft motivieren, ihr Dienstleistungsangebot in diesem Bereich auszubauen, und die Themen Mediation und Konfliktmanagement im Rechtsmarkt insgesamt voranbringen.“

Die Preisträger

Unter den zahlreichen Bewerbungen stachen die drei für die Endauswahl nominierten Kanzleien – Baker McKenzie, Beiten Burkhardt und Rittershaus – besonders hervor. Als Gewinner wurde auf Basis der schriftlichen und mündlichen Präsentation Baker McKenzie ausgezeichnet, die insbesondere durch eine sorgfältige Konfliktanalyse, die Dauer und Kontinuität ihres Engagements auf dem Gebiet sowie die regelmäßige Begleitung von Mandanten in anspruchsvollen Mediationsfällen hervortritt.

Hinweis der Redaktion: Unser Autor Dr. Ulrich Hagel ist Gründungsmitglied und Vorstand des RTMKM und Fachbeirat des Deutschen AnwaltSpiegels. Siehe zum RTMKM Award auch das Interview im Deutschen AnwaltSpiegel. (tw)